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Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

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Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

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Vernarrt ins Vogelnest

01.08.2015

Kaum Schnee, lange Wege, immense Kosten: Peking eignet sich noch weniger als Sotschi für Winterspiele. Für die angebliche Reform-Agenda des IOC ist die Wahl ein Rückschlag. Nach der großen Sause in Sotschi wollte der Verband eigentlich etwas ändern. (SZ)

Vogelnest in Peking, ohne Schnee...

Von Johannes Aumüller

Thomas Bach erledigt die Prozedur sehr souverän, es ist sein erster Auftritt als wichtigster Umschlagöffner der olympischen Sportwelt. Er zieht also einen Zettel heraus, und der Gewinner ist . . . Lausanne. Winterspiele in einem ganz klassischen Wintersportland, in dem keinerlei Diskussionen über Menschenrechte anstehen, und quasi vor der Haustür des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das wäre mal eine etwas andere Geschichte für die Ringe-Familie mit ihrem miesen Image. Aber leider steht auf dem Zettel, den Bach gerade in die Höhe hält, nicht der Gastgeber für die Winterspiele 2022, sondern der Ausrichter der Jugend-Winterspiele 2020.

Eine Viertelstunde später tritt Bach wieder ans Pult, jetzt geht's um die wichtigste Wahl des Tages, und als er den Zettel herauszieht, steht drauf: Beijing. Das ist ein Sieg des chinesischen Favoriten gegen den kasachischen Außenseiter Almaty, wenngleich er mit 44:40 knapper ausfällt als gedacht. Aber das ist auch ein Ergebnis, das zeigt, wie wenig das IOC begriffen hat.

Auch auf der Session in Kuala Lumpur ist viel von der Reform-Agenda 2020 die Rede gewesen. "Wir müssen zeigen, dass wir nicht nur reden, sondern uns auch bewegen", sagte IOC-Chef Bach zum Auftakt. Und es wäre auch gemein, die wirklich gravierenden Veränderungen zu übersehen: Früher standen die Tische der IOC-Mitglieder frontal gegenüber dem Präsidium, jetzt sind sie wie im Deutschen Bundestag in einem Halbkreis angeordnet, zur Anregung von "Debatte und Diskussion". Es ist nur schade, dass sämtliche Agenda-Gedanken genau in dem Moment verschwinden, in dem es um das zentrale Thema des Tages geht: die Wahl des Ausrichters für 2022.

Vor einem Jahr stieg die große Sause von Sotschi. Die Kritik an Wladimir Putins Prestigeprojekt, das zirka 50 Milliarden Dollar kostete, war immens; hinterher gab die olympische Welt die Parole aus, dass es nun ein wenig anders, nachhaltiger, kostengünstiger, nicht so gigantisch werden sollte. Doch das spielte jetzt alles keine Rolle mehr: Denn Peking eignet sich noch weniger für Winterspiele als Sotschi.

In der chinesischen Hauptstadt selbst sollen die Hallenwettbewerbe sowie die Eröffnungs- und die Schlussfeier stattfinden - in den Stätten, in denen Peking bereits die Sommerspiele 2008 beheimatete, unter anderem im berühmten Olympiastadion namens "Vogelnest". Die Alpin-Rennen sind in Yanqing geplant, wo leider kaum Schnee fällt. Für Langläufer, Biathleten und Skispringer ist ein Territorium in Zhangjiakou vorgesehen, das 190 Kilometer von Peking entfernt liegt und erst noch zu einem Wintersportzentrum aufgerüstet werden muss. Das größte Projekt ist der Bau eines Schnellzuges, mit dem sich die Reisezeit zwischen Peking und Zhangjiakou auf 70 Minuten reduzieren soll. Allein dieses Vorhaben kostet mehrere Milliarden Euro, viele weitere kommen hinzu.

Peking 2022, das bedeutet also: hohe Kosten für die Infrastruktur, massive Folgen für die Natur, nicht zuletzt, weil der wahrscheinlich benötigte Kunstschnee Unmengen an Wasser und Energie frisst. Dörfer müssen weichen, und Beobachter befürchten ein erneutes Propagandafest und eine Verschlechterung der Lage für Menschenrechtler und Minderheiten.

Angriffe auf die Schwächen des Gegners

Gegenkandidat Almaty hatte zwar ebenfalls zahlreiche Probleme, vor allem wie in China eine katastrophale Menschenrechtslage. Aber immerhin war das sportliche Angebot der Kasachen vernünftiger: Viele Stätten gibt es bereits, eine gewisse Tradition hat der Ort wegen der berühmten Medeo-Eisbahn auch, und am Ende sollten sich alle Wettkampfplätze in einem Radius von 30 Kilometern ums Olympische Dorf befinden. "In Almaty wird es keine stundenlangen Bus-, Auto-, oder Zugfahrten geben, um in abgelegene Berge zu kommen", sagte der kasachische Ministerpräsident Karim Massimow in der Abschluss-Präsentation - für olympische Verhältnisse ein nahezu unverschämt direkter und nicht der einzige Angriff auf die Schwächen des Gegners.

Pekings mangelnde Schneesicherheit und die große Abhängigkeit von Kunstschnee erwähnten sogar die IOC-Prüfer. Die langen Distanzen zwischen den Wettkampfstätten sprach der jordanische Wahlmann Prinz Feisal im Plenum an. Aber am Ende wählte das IOC dann trotzdem Chinas Kapitale, in einer "historischen Entscheidung", wie Bach fand, weil Peking nun das sein darf, was München immer sein wollte: die erste Stadt, die nach Sommerspielen auch mal Winterspiele beherbergt.

Gründe dafür gibt es einige. Die Drähte der IOC-Spitze nach China sind eng, zudem wartet ein großer Markt mit 300 Millionen Wintersportbegeisterten; das sei in der Pekinger Präsentation sehr gut herausgearbeitet worden und habe vielleicht "den kleinen Unterschied" gemacht, sagte Bach. Der deutsche IOC-Präsident hatte auch keine Mühe, den offenkundigen Widerspruch zwischen der Entscheidung und seinem ständigen Agenda-Werben hinzubiegen: Almaty habe sich mehr auf den Agenda-Punkt Nachhaltigkeit konzentriert, Peking hingegen mehr auf den Agenda-Punkt Jugend.

Den Agenda-Punkt Transparenz jedenfalls ignorierte das IOC ganz. Es war wirklich bemerkenswert, wie diese Wahl im neuen Halbkreis formal über die Bühne ging. Zunächst sollten alle Mitglieder auf einem kleinen Computer abstimmen. Nun ist es nicht allzu kompliziert, auf einem solchen Gerät wahlweise den Knopf für Almaty, Peking oder Enthaltung zu drücken, aber trotzdem dauerte das Prozedere fast zehn Minuten, weil manches Mitglied Schwierigkeiten hatte.

Dann schloss die Sitzungsleitung die Wahl - und teilte kurz darauf mit, dass sie ungültig sei. Leider habe es ein paar technische Probleme gegeben, deswegen mussten die IOC-Damen und -Herren noch einmal ran, diesmal klassisch handschriftlich. Nachfragen zu diesem ungewöhnlichen und intransparenten Vorgang kanzelte Bach als "unfair" ab, weil doch jeder die technischen Schwierigkeiten gesehen habe. Es gäbe mehr Recht auf Nachfragen, wenn das Computer-Ergebnis akzeptiert worden wäre.

So stand auf 44 der Zettel Peking, was für Bürgermeister Wang Anshun auch nur logisch war. In 120 Jahren olympischer Geschichte, so ging sein Argument, habe sein Land erst einmal Spiele ausgerichtet, obwohl es doch so groß sei und ein Viertel der Weltbevölkerung stelle. Da sei es nur recht und billig, wenn es nun ein zweites Mal die Gelegenheit dazu bekäme. Und all die Probleme - die werden sie schon in den Griff bekommen. "Wir versprechen einen blauen Himmel und weiße Wolken", hatten Pekings Bewerber vor der Abstimmung erklärt.

 

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