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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Wo sich die Schuldenberge häufen

28.11.2017

Risiko Olympia: Wer muss zahlen, wenn «Sion 2026» rückwärts macht? Ein vertrauliches Dokument zeigt: Der Bund sieht unter anderem die Gastgeberkantone in der Pflicht. (Der Bund)

Zur Grafik: Wäre Schuldenwirtschaft eine olympische Disziplin, Sotschi würde fraglos die Goldmedaille abräumen. Die Kostenüberschreitungen der Winterspiele 2014 in Russland beliefen sich auf sagenhafte 16,263 Milliarden Dollar. Budgetiert waren gut 5 Milliarden, die effektiven Kosten beliefen sich auf 21,89 Milliarden. Eine Studie der Oxford University zeigt, dass in den letzten 50 Jahren keine Winterspiele bei den sportbedingten Kosten mit einer schwarzen Null oder gar einem Überschuss abschlossen. Ein Vergleich mit Sion 2026 ist indes nicht ohne weiteres möglich: Kosten fallen bei Winterspielen hauptsächlich dann an, wenn Infrastrukturen gebaut werden müssen. Darauf wollen die Promotoren von Sion 2026 weitestgehend verzichten und bestehende Anlagen nutzen.
Zur Grafik: Wäre Schuldenwirtschaft eine olympische Disziplin, Sotschi würde fraglos die Goldmedaille abräumen. Die Kostenüberschreitungen der Winterspiele 2014 in Russland beliefen sich auf sagenhafte 16,263 Milliarden Dollar. Budgetiert waren gut 5 Milliarden, die effektiven Kosten beliefen sich auf 21,89 Milliarden. Eine Studie der Oxford University zeigt, dass in den letzten 50 Jahren keine Winterspiele bei den sportbedingten Kosten mit einer schwarzen Null oder gar einem Überschuss abschlossen. Ein Vergleich mit Sion 2026 ist indes nicht ohne weiteres möglich: Kosten fallen bei Winterspielen hauptsächlich dann an, wenn Infrastrukturen gebaut werden müssen. Darauf wollen die Promotoren von Sion 2026 weitestgehend verzichten und bestehende Anlagen nutzen.

Von Christoph Lenz, Text, Micha Treuthardt, Grafik (Tages-Anzeiger)

Was bleibt von Olympischen Spielen? Klar, einige Medaillen und Erinnerungen an sportliche Höchstleistungen. Und darüber hinaus? Ruinen und Schuldenberge. So etwa tönt es an den Stammtischen der Nation, gut einen Monat nachdem der Bundesrat bekanntgegeben hat, dass er die Olympiakandidatur «Sion 2026» mit rund einer Milliarde Franken unterstützen will.

Feuer? Gibt es kaum in der Bevölkerung. Im Gegenteil. Er spüre «starken Gegenwind», stellte Swiss Olympic-­Präsident Jürg Stahl kürzlich fest.

Diese Ablehnung könnte nun deutlich wachsen, insbesondere in den Kantonen Wallis, Waadt, Bern, Freiburg und Graubünden, in welchen die Sportanlässe durchgeführt werden sollen. Der Grund: Auf diese Kantone könnte im Falle eines Defizits bei «Sion 2026» eine happige Rechnung zukommen. Dies geht aus einem vertraulichen Dokument des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hervor, das dieser Zeitung vorliegt. Darin heisst es: Wenn das Defizit im Betriebsbudget die limitierte Defizitgarantie des Bundes übersteige, «sind die Kosten von der Organisation oder den Durchführungskantonen zu tragen.»

Bis anhin hatten die Promotoren von «Sion 2026» jede Defizithaftung durch die Kantone in Abrede gestellt. Der Walliser Staatsrat und Olympia-Unterstützer Frédéric Favre (FDP) etwa erklärte, das Risiko liegen alleine beim Organisationkomitee (OK), das derzeit mit Versicherungen über eine beschränkte Defizitdeckung verhandelt. Offensichtlich teilt man diese Einschätzung im VBS nicht. Das VBS verzichtete auf eine Stellungnahme für diesen Artikel.

Kantone lehnen Garantie ab

Verwundert sind aber die Regierungen der Gastgeberkantone. Für den Berner Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann (SP) ist es «kaum vorstellbar», dass der Kanton Bern bei «Sion 2026» ein Defizitrisiko eingehen würde. Eine Haftung könne etwa im Kreditantrag für den Olympia-Beitrag ausgeschlossen werden, so Ammann. Ganz ähnlich tönt es in Freiburg: Die Kantonsregierung wolle «Sion 2026» mit 500 000 Franken unterstützen, teilt Staatsrat Jean-Pierre Siggen (CVP) mit. Für eine Defizithaftung sei Freiburg jedoch nicht angefragt worden, entsprechend gebe es dazu auch keinen Beschluss.

Für Hans Stöckli, OK-Vizepräsident von Sion 2016, hält sich die ­Gefahr eines Defizits im ­Betriebsbuget allerdings in engen Grenzen. Erstens seien die Durchführungskosten schon bei den letzten Winterspielen im Lot geblieben. Kostenüberschreitungen seien jeweils bei Infrastrukturbauten angefallen, welche es für Sion 2026 gar nicht brauche. Zweitens sei für das Budget sehr konservativ gerechnet worden. Es enthalte zudem eine Reserve von rund 215 Millionen Franken, also rund 10 Prozent der Ausgaben. Drittens könnten die Kosten dank einer stärkeren Einbindung internationaler Sportverbände noch spürbar reduziert werden.

«Es ist nicht möglich, jedes unternehmerische Risiko auszuschliessen. Aber wir tun unser Bestes, um die Gefahr zu reduzieren, etwa mit Hilfe von Versicherungen», sagt Stöckli. Persönlich sei er sehr überzeugt, dass «Sion 2026» nicht mit Verlust abschliessen werde.

Ganz anders beurteilt Olympia-Kritikerin Lisa Mazzone (Grüne, GE) die Situation. Das Budget sei mit grossen Unsicherheiten behaftet. «Das Beratungsunternehmen PWC hat etwa darauf hingewiesen, dass die Sponsoringeinnahmen deutlich tiefer ausfallen könnten. Die Gefahr, dass die Spiele mit einem Verlust abschliessen, ist also sehr real.» Hinzu komme, dass das OK die Sicherheitskosten viel zu tief angesetzt habe. Diese Kosten seien zwar nicht im Betriebsbudget enthalten, doch das spiele keine Rolle. «Letztlich muss jemand für diese Beträge geradestehen. Vieles deutet darauf hin, dass diese Rechnungen an den Kantonen hängen bleiben.»

Graphik Oxford University: Was OWS seit 1924 kosten sollten und was sie dann kosteten

Bei den Endkosten handelt es sich um Schätzungen nach Beendigung der jeweiligen Spiele. Erfasst sind nicht nur die reinen Olympiakosten, sondern auch die Aufwendungen für die komplette Infrastruktur. Um die Zahlen vergleichbar zu machen, wurde der Euro-Kurs von 2012 zugrunde gelegt.
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OLYMPIA-ABSAGE – EIN GEWINN FÜR DIE DEMOKRATIE

Wegen der drohenden Ablehnung des Abenteuers Olympia in der steirischen Bevölkerung hat das ÖOC die Reißleine gezogen. Nachdem feststand, dass die KPÖ in Graz genügend Unterstützungserklärungen für eine Volksbefragung gesammelt hatte, musste es zu einer Entscheidung kommen.

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Die Walliserinnen und Walliser wollen nicht, dass ihre Steuergelder in einem kurzen Olympischen Strohfeuer landen. Vielmehr sollten damit Projekte unterstützt werden, von denen das Wallis als Kanton langfristig profitiert.

Danke an die Tiroler – Olympia-Watschn pickt!

Wir sagen den Tirolerinnen und Tirolern Danke für 53% Nein zu Olympia! Es ist zu billig, die Verantwortung für dieses Debakel nur auf das IOC und die schlechte Kampagne abzuschieben.  Die Tiroler haben bestens verstanden, worum es geht.

Das Bündner Volk hat Olympia den Zahn gezogen!

Der Grundsatzentscheid der Bündner Stimmbevölkerung  sich nicht in ein unkalkulier-bares Olympiaabenteuer zu stürzen.

Kritik an GR2022

Das Bündner Volk hat rechtzeitig den Stecker gezogen!

Bündnerinnen und Bündner wollen schuldenfrei bleiben, die Landschaft als Kapital erhalten und weiterhin Geld für die Unterstützung von nachhaltigem Tourismus, Bildung und Kultur zur Verfügung zu haben.