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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Die Frauen spielen bei Olympia nicht mit

21.02.2013

Die Abstimmung über Olympische Winterspiele im Bündnerland steht auf der Kippe. Verantwortlich dafür sind die Frauen, die deutlich Olympia-skeptischer sind. Kein Wunder, sagen Experten (Tages Anzeiger).

Wenn Anita Mazzetta sich die Kampagne für die Olympiakandidatur 2022 ansieht, sieht sie «eine Männergesellschaft». Für Olympische Spiele in Davos und St. Moritz setzen sich offenbar vor allem Männer ein, findet Mazzetta, die Geschäftsführerin des WWF Graubünden.

Das ist zwar nicht ganz fair. Im achtköpfigen Vorstand von GR 2022 sitzt in der Person von Sandra Felix auch eine Frau. Aber die nach aussen aktivsten Köpfe der Olympiakandidatur sind tatsächlich lauter Männer: Vorstandspräsident, Direktor, Generalsekretär, Mediensprecher. Bei den massgeblichen Gesichtern, die für die Spiele werben, sieht es nicht viel besser aus: 14 Stars, von Ex-Skifahrer Silvano Beltrametti bis SVP-Nationalrat Heinz Brand, aber darunter nur eine Frau, Snowboarderin Ursina Haller.

Der Anteil weiblicher Neinstimmen steigt

Die Gegner beginnen mit dem Kontrastprogramm an der Spitze: Silva Semadeni, SP-Nationalrätin, ist umtriebige Präsidentin des Neinkomitees. Anita Mazzetta ist eine ihrer vier Vizes. Auch bei den Neinsagern sind die Männer in der Mehrheit, in der Organisation wie bei den 225 Sympathisanten aus Kultur, Wissenschaft und Verbänden: Aber mit einem Drittel ist das Verhältnis für die Frauen etwas vorteilhafter.

Wer weiss, ob das alles eine Rolle gespielt hat im Abstimmungskampf um Olympia 2022. Tatsache aber ist, dass das Projekt ein Frauenproblem hat. Schon bei der ersten Umfrage im November waren 47 Prozent der Frauen gegen Olympia, aber nur 38 Prozent der Männer. In der jüngsten Umfrage von vor einer Woche stieg der Anteil weiblicher Neinstimmen auf fast 50 Prozent und kippte das Gesamtresultat knapp ins Nein: 45 zu 43 Prozent gegenüber 43 zu 43 vor drei Monaten.

Aus Sicht des Berner Medien-Experten Mark Balsiger rächt sich nun die «Männerbündelei», die einen Apparat wie GR 2022 meistens auszeichne, wie er gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet vermutet: «Man geht halt bei der Organisation auf die Leute zu, die man kennt.» Also auf Männer. Das Glaubwürdigkeitsproblem bei den Frauen habe man wohl unterschätzt, und nun sei es etwas spät, darauf mit einer spezifischen Kampagne zu antworten. «Zudem geht es den Befürwortern jetzt nur noch um eines: Mobilisierung ihrer Anhänger. Eine Diskussion über Korrekturen und Fehler können sie sich nicht leisten, das wirkt enorm demobilisierend.»

Dürfen Frauen nur die Snacks servieren?


Ganz neu ist die Beobachtung allerdings nicht. Schon im Februar berichtete die «Südostschweiz» über einen «olympischen Frauenmangel». Claudia Hutter, Churer Kommunikationsfachfrau, hatte sich über den «hinterwäldlerischen Geist» im Pro-Komitee geärgert: Frauen dürften dort nur die Snacks servieren, hätten aber auf den Podien nichts verloren. Ein grosser Fehler, fand Hutter und sprach die grössere Skepsis bei den Frauen an.

Wurden bei den Olympioniken die Frauen vergessen? Christian Gartmann, Sprecher von Olympia 2022, erklärt Tagesanzeiger.ch/Newsnet: «Unser Ziel war es, anders als bei üblichen politischen Abstimmungen, nicht nur Politiker im Präsidium zu haben, sondern auch Vertreter aus Sport, Gesellschaft und Tourismus. Zudem wollten wir hier ausschliesslich Bündner zeigen: Die Kampagne sollte Graubünden in all seinen Facetten abbilden.»

Damit fallen aber prominente weibliche Skistars wie die Glarnerin Vreni Schneider, die St. Gallerin Maria Walliser oder die Obwaldnerin Erika Hess weg. Gartmann findet im Übrigen, dass der Frauenanteil – wenn auch nicht so hoch im Präsidium – entschieden grösser sei in der inzwischen gut 350-köpfigen Gruppe der «Fackelträger»: nämlich etwa 50, ein Siebtel.

Frauen stimmen anders ab

Ohnehin sind es wohl weniger solche Erscheinungsfragen, die Olympia bei den Frauen unbeliebter machen. «Frauen sind umweltbewusster», sagt WWF-Geschäftsführerin Mazzetta, «und sie sind skeptischer, ob wir uns dieses Grossprojekt überhaupt leisten können. Denn was wir heute ausgeben, müssen wir später einsparen – zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Soziales oder Kultur.»

Tatsächlich hatte das Berner Forschungsinstitut GFS in einer Studie über Abstimmungen in den Jahren 2004 bis 2006 bestätigt, was auch andere Untersuchungen feststellten: Dass Frauen signifikant sozialer und ökologischer stimmen. So fanden das Gesetz über Familienzulagen sowie die Initiativen «Nationalbankgewinne für die AHV» und «Postdienste für alle» bei Frauen deutlich mehr Zustimmung, eine zweite Gotthardröhre und Atomenergie dagegen klar weniger. Da hilft es auch wenig, wenn die Olympia-2022-Anhänger ihr Projekt als Ankurbelung für die Wirtschaft anpreisen, als «Fitnesskur für den Bündner Tourismus». Denn streng wirtschaftspolitische Argumente, so GFS, finden bei Frauen weniger Anklang.

Bleibt nur noch der Appell ans Vertrauen. Immerhin, was Regierungsvertrauen angeht, sind sich Männer und Frauen gemäss der GFS-Analyse einig, wenn auch auf niedrigem Niveau. Pech für die Bündner Olympiafans, dass sie im Hintergrund noch jemand anderen haben, der nicht als Sympathieträger gilt: das Internationale Olympische Komitee (IOK), das die Spiele überhaupt erst ins Bündnerland vergeben kann. «Und bei denen müssen Sie die Frauen erst recht mit der Lupe suchen», stichelt Anita Mazzetta.

Von den 140 IOK-Mitgliedern sind nicht ganz zehn Prozent Frauen. Immerhin, das ist mehr als vor 1981. Damals waren die Herren noch unter sich.

 

OLYMPIA-ABSAGE – EIN GEWINN FÜR DIE DEMOKRATIE

Wegen der drohenden Ablehnung des Abenteuers Olympia in der steirischen Bevölkerung hat das ÖOC die Reißleine gezogen. Nachdem feststand, dass die KPÖ in Graz genügend Unterstützungserklärungen für eine Volksbefragung gesammelt hatte, musste es zu einer Entscheidung kommen.

Das Komitee «Nein zu Sion 2026» freut sich über das Nein

Die Walliserinnen und Walliser wollen nicht, dass ihre Steuergelder in einem kurzen Olympischen Strohfeuer landen. Vielmehr sollten damit Projekte unterstützt werden, von denen das Wallis als Kanton langfristig profitiert.

Danke an die Tiroler – Olympia-Watschn pickt!

Wir sagen den Tirolerinnen und Tirolern Danke für 53% Nein zu Olympia! Es ist zu billig, die Verantwortung für dieses Debakel nur auf das IOC und die schlechte Kampagne abzuschieben.  Die Tiroler haben bestens verstanden, worum es geht.

Das Bündner Volk hat Olympia den Zahn gezogen!

Der Grundsatzentscheid der Bündner Stimmbevölkerung  sich nicht in ein unkalkulier-bares Olympiaabenteuer zu stürzen.

Kritik an GR2022

Das Bündner Volk hat rechtzeitig den Stecker gezogen!

Bündnerinnen und Bündner wollen schuldenfrei bleiben, die Landschaft als Kapital erhalten und weiterhin Geld für die Unterstützung von nachhaltigem Tourismus, Bildung und Kultur zur Verfügung zu haben.