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Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Kalt servierter Zynismus

20.02.2022

Die finale Inszenierung der Winterspiele in Peking demonstriert, wie die olympischen Zeremonienmeister alle kritischen Fragen ausblenden. (Süddeutsche Zeitung)

Von Holger Gertz

Großes Wort vom alten Literaturpapst Karasek: "Im Spiel- und Kampfsport steckt das Rudiment der Weigerung, erwachsen zu werden." Das war natürlich auch eine der Fragen, die sich gestellt hat vor den Winterspielen in Peking: Würden diese Kräfte wirken können, vor dieser speziellen Kulisse? Nach vierzehn Tagen, mit Blick auf die Schlussfeier im Vogelnest-Stadion von Peking, kann und muss man bilanzieren: Medaillenzählerei und Sieggebrüll nach x-fach Gold im Eiskanal, das sind infantile Elemente des Olympiazaubers. Es gibt ja immer noch welche, die daheim eine Strichliste auf dem Tisch liegen haben bei Olympia, für Gold und Silber und Bronze. Die Liste war, aus deutscher Sicht, gut gefüllt. Platz zwei im Medaillenspiegel, nach dem Team aus Norwegen.

Aus chinesischer Sicht natürlich auch: Platz drei, und das ist nur die sportliche Bilanz. Kein Corona-Ausbruch, der die Veranstaltung gefährdet hätte. Keine politischen Botschaften von Sportlern, die die Inszenierung gestört hätten. Bei der Schlussfeier kamen alle im Stadioninneren zusammen, filmten sich mit dem Smartphone - zu "Freude, schöner Götterfunken" in Dauerschleife. Und weil das alles länger dauerte als erwartet, schien die Kontrolle, unter der die Spiele permanent standen, zum Ende hin ein wenig abgeschwächt worden zu sein. Und ist man wirklich ein garstiger Mensch, wenn man sogar diesen Eindruck von Anarchie für geplant hält?

Bei der Siegerehrung für den Langlauf-Massenstart winkten die Medaillengewinnerinnen mit Mundschutz in die Kamera, und der ARD-Live-Kommentator Jens-Jörg Rieck blickte in die Zukunft: "Wenn man in vielen Jahren in den Olympiaalben blättert, werden Kinder die Bilder mit der Maske sehen und sagen: War das früher echt so, und war das wirklich so lange so?"

IOC-Chef Thomas Bach predigt in seiner Ansprache von Solidarität

Die Olympier sind Großmeister der Bildersprache, aber die schönen Bilder haben am Ende, jedenfalls in Deutschland, nicht dazu beigetragen, dass diese Spiele von einem Luftkissen der Euphorie getragen wurden und zu fliegen begannen, trotz der vielen Medaillen. Zu beschwerend die Debatten um Menschenrechtsverletzungen, zu bleiern das Schweigen des IOC zu diesen Themen. Und als IOC-Chef Thomas Bach in seiner Schlussansprache von Solidarität predigte und sagte, man müsse Seite an Seite stehen - da klang das mal wieder wie der altbekannte kalt servierte Zynismus, mit Blick auf diejenigen, die vom Regime in China drangsaliert und traktiert und unterdrückt werden.

Die Winterspiele ziehen nun weiter nach Mailand und Cortina d'Ampezzo, in den freien Teil der Welt, die italienische Hymne wurde in Peking vorgetragen von der Sängerin Malika Ayane und dem Violinisten Giovanni Andrea Zanon, der eine Guarneri-Geige von 1739 spielte. Sommerspiele in Paris, Winterspiele in Italien, für die olympischen Zeremonienmeister hängt ab morgen die Zukunft voller Guarneri-Geigen. Aber so einfach sollte man sie nicht davonkommen lassen, vor der Zukunft kommt die Gegenwart. Und Peking 2022 war ein Tiefpunkt der olympischen Geschichte.

Siehe Video der ZDF Sportreportage...

Zwischen Propaganda und Corona

02.01.2022. In der Geschichte der Olympischen Spiele stand ein Veranstaltung selten so in der Kritik wie Peking 2022. Wie werden die Winterspiele zwischen Propaganda und Corona?

Thomas Bach: Reif für die Vereinten Nationen?

18.02.2022. Dynastische Erbfolge im Olymp: Sobald Thomas Bach den IOC-Vorsitz weitergibt, könnte ein neues Amt auf ihn warten - nicht in der Heimat, aber vielleicht als hoher UN-Repräsentant.

Die Karawane sattelt auf, nichts wie weg will das Gros der Teams und Athleten. In Peking, das nun weltexklusiv Sommer- und Winterspiele im Wappen trägt, bleibt aber mehr als der olympische Sondermüll aus Bau- und Umweltsünden zurück. Zwischen Skischanzen vor Fabrikschloten und einer milliardenteuren Rodelbahn, die kein Mensch braucht, wuchert ein neuer Götzenkult. Ein Museum, ein Denkmal - gewidmet keinem Sportler, sondern zwei Apparatschiks der olympischen Geldbewegung: ein ringförmiges Supermausoleum für den Alt-Olympier Juan Antonio Samaranch sowie eine bizarre, in Bronze gegossene Büste des Thomas Bach. Thomas wer?

Gut, in der Heimat dürfte ihm das kaum passieren. Dort kennt man Bach zu gut: Man weiß von delikaten Affären wie jene als Berater für Siemens, als der Konzern Olympiaaufträge für Peking 2008 erfüllte. Oder vom Vorsitz in einer umwitterten deutsch-arabischen Handelskammer. In der Heimat blieb dieser Satz, der Bach besser erklärt als Stasi- oder Firmenakten, er fiel 2006 und lautet: "Bei mir stand nie Planung dahinter." Keine Planung! Ernsthaft.

Es gibt im Weltsport wohl keine akribischer geplante Karriere als jene des deutschen Industrieberaters. Sein politischer Ziehvater Samaranch zog ihn vor mehr als einem Vierteljahrhundert, als Jüngsten seiner Zeit, hoch in den IOC-Vorstand. Geformt hatte ihn Horst Dassler, jener Mann, der Samaranch mit dicken Kuverts auf den IOC-Thron verhalf.
Persönliche Strategien hat Bach stets abgestritten. Aber seine Handschrift zeigt anderes

Dass auch Bachs Pfad an die IOC-Spitze vorgezeichnet war, sprach 2013 just der Mann in TV-Kameras, der den Deutschen mit Voten der Drittwelt-Funktionäre an die Spitze hievte: Ahmad al-Sabah. Der Scheich aus Kuwait sagte, Bachs Aufstieg sei schon 2001 beschlossen worden - und Bach müsse auch seinen Teil der Abmachung erfüllen.

Bach stritt auch diesen Plan ab. Aber seine Handschrift zeigt anderes. Samaranch dankte 2001 wegen einer Korruptionsaffäre ab, nach 21 Jahren auf dem IOC-Thron. Sein Sohn Juanito rückte zugleich ins IOC, und weil der Ringe-Clan nach dieser Skandal-Ära öffentliche Beruhigung brauchte, übernahm erst einmal der belgische Arzt Jacques Rogge die IOC-Führung.

Doch damals wurde auch ausgekartelt, das darf man dem Königsmacher Al-Sabah getrost abnehmen, dass Bach folgen solle. Und tatsächlich führt Samaranchs Ziehsohn seit 2013 das IOC zurück in alte Feudalstrukturen - und weiter: Größer denn je ist die Machtfülle des Ringe-Patrons. Über handverlesene Prüfstäbe kann er steuern, wer Sommer- oder Winterspiele erhält; sein serviler Vorstand kann missliebige Sportarten rauswerfen und neue Mitglieder reinholen. Bei alledem schaut das restliche IOC-Volk nur noch zu.

Zu einer dynastischen Erbfolge im Olymp gehört aber nun eben auch, dass Samaranch junior auf Bach folgt; wie das so läuft in ehrenwerten Familien. Und tatsächlich sind Spekulationen, dass sich Bach über das reguläre Verfallsdatum anno 2025 hinaus weitere vier Amtsjahre absegnen lassen würde, verstummt. Aber halt, was macht er dann?
Ein globales Netzwerk, das bis in Nobelpreis-Gefilde reicht, wäre das natürliche Habitat für Bach

Einer wie er züchtet niemals Rosen, das nächste politische Amt muss her. Aber nicht in Deutschland, hier dürfte die Ablehnung zu heftig sein: Eine freiheitliche Gesellschaft wird keinen Repräsentanten akzeptieren, dem Chinas Machthaber ein Denkmal setzen. Wofür auch immer.

Was bleibt also? Eine große, reale Befürchtung: Da ist ja noch dieser Bund, in dem mehr palavert als gehandelt wird, und wo sich allerlei Ehren und Würden abstauben lassen. Die Vereinten Nationen. Hier zählen Bachs größte Fürsprecher, China und Russland, sowie die Gastgeber der nächsten Sommerspiele, Frankreich und die USA, zu den Top Five. Auch scharen sich seit langem der verflossene wie der aktuelle UN-Generalsekretär auffallend eng um Bach, sie lassen die Integrität dieses Amtes aufs IOC abstrahlen. In Peking pries Antonio Guterres den Ringe-Clan wieder einmal als Motor künftiger Weltverbesserungen; mit Xi Jinping flankierte er Bach bei der Eröffnungsfeier. Sein Vorgänger Ban Ki-Moon ließ sich sogar den Vorsitz im (faktisch abhängigen) IOC-Ethikkomitee aufschwatzen; bei der IOC-Session trat er als Redner auf.

Ein globales Netzwerk, das bis in Nobelpreis-Gefilde reicht, wäre das endgültige Habitat für Bach. Bei den UN tritt er natürlich selbst gern in die Bütt, das olympische Gesangsbuch unterm Arm: Hier lässt sich trefflich Wohltäter der Menschheit spielen. In Peking, im Dopingdrama um die 15-jährige Kamila Walijewa, hat er jetzt sogar erstmals ein (Krokodils-)Tränchen zerdrückt, hat sogar russische Sportfunktionäre attackiert. Wird die Welt künftig staunend der Gefühlswerdung eines eiskalten Ringe-Herrschers beiwohnen?

All das läuft auf die Frage zu, ob sich in den UN zur rechten Zeit ein Plätzchen finden lässt. Es muss ja keines ganz unten sein. Wobei: Planung steht bei Bach ja nie dahinter. Es sieht nur immer so aus.

 

OLYMPIA-ABSAGE – EIN GEWINN FÜR DIE DEMOKRATIE

Wegen der drohenden Ablehnung des Abenteuers Olympia in der steirischen Bevölkerung hat das ÖOC die Reißleine gezogen. Nachdem feststand, dass die KPÖ in Graz genügend Unterstützungserklärungen für eine Volksbefragung gesammelt hatte, musste es zu einer Entscheidung kommen.

Das Komitee «Nein zu Sion 2026» freut sich über das Nein

Die Walliserinnen und Walliser wollen nicht, dass ihre Steuergelder in einem kurzen Olympischen Strohfeuer landen. Vielmehr sollten damit Projekte unterstützt werden, von denen das Wallis als Kanton langfristig profitiert.

Danke an die Tiroler – Olympia-Watschn pickt!

Wir sagen den Tirolerinnen und Tirolern Danke für 53% Nein zu Olympia! Es ist zu billig, die Verantwortung für dieses Debakel nur auf das IOC und die schlechte Kampagne abzuschieben.  Die Tiroler haben bestens verstanden, worum es geht.

Das Bündner Volk hat Olympia den Zahn gezogen!

Der Grundsatzentscheid der Bündner Stimmbevölkerung  sich nicht in ein unkalkulier-bares Olympiaabenteuer zu stürzen.

Kritik an GR2022

Das Bündner Volk hat rechtzeitig den Stecker gezogen!

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