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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

081 250 67 22
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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Olym­pi­af­lam­me im Spar­mo­dus

15.02.2018

Es gibt sol­che, die es im­mer noch be­dau­ern. Und es gibt sol­che, die sich si­cher sind: Die Ohr­fei­ge des Stimm­volks zu den Bünd­ner Olym­pia­plä­nen war das Be­ste, was dem Kan­ton pas­sie­ren konn­te. Stim­men ein Jahr nach En­de Feu­er. (Südostschweiz)

Von Pierina Hassler

Der Nein-Anteil lag bei 60,09 Prozent. Nein sagten die klassischen Wintersportorte Davos und St. Moritz. Nein sagte auch das Churer Stimmvolk. Am 12. Februar 2017 hätte die Ohrfeige des Bündner Stimmvolks gegenüber einer Olympiakandidatur für das Jahr 2026 nicht härter ausfallen können. Blamabel für die Promotoren aus Wirtschaft und Politik. Enttäuschend für die vielen Bündner Wintersportler, die sich auf eine Heim-Olympiade gefreut hatten.

Viele Rückmeldungen

Einer der wichtigsten Spiele-Verderber war Stefan Grass, Leiter des Komitees Olympiakritisches Graubünden. Seit 18 Jahren kämpft er gegen die Vereinnahmung der Alpen und damit auch gegen Olympische Spiele. Ein Jahr nach der Bündner Abstimmung und mitten in den aktuellen Winterspielen von Pyeongchang sagt er: «Gut, geht dieser Kelch an Graubünden vorbei.» Rückmeldungen aus der Bevölkerung an das Widerstandskomittee hätten gezeigt, dass man mit den Winterspielen nichts mehr zu tun haben wolle.

Ähnlich äussert sich ein anderer prominenter Gegner von «Graubünden 2026». Für SP-Grossrat Jon Pult hat sich sein Grosseinsatz von damals gelohnt. «Ich bin stolz darauf, gekämpft und gewonnen zu haben. Das deutliche Nein der Bündnerinnen und Bündner war ein Aufstand der Vernunft.» Überall, wo das Volk etwas zu sagen habe, sage es Nein. Zuletzt sei dies in München und im Tirol geschehen. «Denn Olympia ist ein grottenschlechtes Geschäft für die Bevölkerung.» Sie müsse die Defizite, Schulden und Belastungen tragen, während das korrupte Internationale Olympische Komitee die Gewinne garnieren würde.

Schnee von gestern

Ganz anders Jürg Michel. Direktor des Bündner Gewerbeverbandes. Er gehörte vor einem Jahr zu den grossen Verlierern. War er es doch, der sich unermüdlich für Spiele in Graubünden starkmachte. Heute könne er ohne bittere Gefühle darüber reden, sagt Michel. «Ich bin aber nach wie vor überzeugt, dass Graubünden eine Chance verpasst hat.» Dabei gehe es um weit mehr als nur um zwei Wochen Sport. «Die Spiele hätten für den Kanton eine Weiterentwicklung bedeutet», so Michel. Zudem dürfe man nicht unterschätzen, was es für die Bevölkerung bedeutet hätte, gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten. «Ich bin ebenfalls der tiefen Überzeugung, dass wir es mit unserem Konzept geschafft hätten, die Spiele weg vom Gigantismus zu bringen.» Aber das sei jetzt alles Schnee von gestern und seine damalige Enttäuschung habe er auch verdaut.

Resultat akzeptieren

Ein anderer grosser Befürworter von Olympischen Winterspielen war «Südostschweiz»-Verleger Hanspeter Lebrument. Seine Einschätzung ein Jahr nach der Abstimmung: «Das Bündner Stimmvolk hat über die Kandidatur abgestimmt und deutlich Nein gesagt, dies gilt es zu akzeptieren.» Für Lebrument sind Olympische Winterspiele in Graubünden damit abgeschlossen.

Unterstützung vom Bun
d

Anstatt Graubünden 2026 jetzt also Sion 2026. Am 10. Juni muss das Walliser Stimmvolk 60 Millionen Franken für die Infrastruktur und 40 Millionen Franken für die Sicherheitskosten bewilligen. Vier Monate vor dieser entscheidenden Abstimmung sieht die Prognose für diese Kandidatur ebenso düster aus wie das Bündner Abstimmungsresultat. Eine repräsentative Umfrage von «Sonntags Zeitung» und «Le Matin Dimanche» zeigt: Das Volk steht nicht hinter dem Projekt. 60 Prozent der Befragten ist grundsätzlich gegen Olympische Winterspiele. Nur gerade ein Prozentpunkt weniger sagt Nein, wenn es um die konkrete Unterstützung für Sion 2026 geht. Und mit 65 Prozent erst recht auf Ablehnung stösst die Milliarde, mit welcher der Bund die Kandidatur Sions unterstützen will.

Übung abbrechen

Zurück zur Abstimmung vom 10. Juni im Wallis: Sofern das Volk die Millionen bewilligt, geht die Diskussion im Bundesparlament weiter. Wenn nicht, ist das Thema beendet. Übungsabbruch wie in Graubünden.

Aber auch wenn die Diskussion zu Sion 2026 in Bern weitergeht, könnte es immer noch zu einer eidgenössischen Volksabstimmung kommen. Denn eine Motion mit den Unterschriften von über 60 Nationalräten aus allen Parteien fordert vom Bundesrat: Über die Olympia-Milliarde für «Sion 2026» soll das Stimmvolk abstimmen.

Eingereicht hat die Motion SP-Nationalrätin Silva Semadeni. Sie hat sich bereits erfolgreich gegen Graubünden 2026 eingesetzt. Ein solcher Grossanlass müsse von der Bevölkerung getragen werden, schreibt sie im Motionstext vom 12. Dezember. Dies, weil Olympische Winterspiele unter anderem ein grosses, ausserordentliches finanzielles Engagement des Bundes verlangen würde. «Die Milliarde muss vor das Volk. Olympische Spiele sind ein finanzielles Risiko und das IOC trägt keine Defizite», so Semadeni.

Den Sport verraten

Absage in Graubünden. Gemischte Gefühle für Sion 2026. Und auch wenig Begeisterung in Deutschland und Österreich. Dabei wären alle drei Länder für Winterspiele prädestiniert. Doch das Volk mag nicht mehr an Traditionen anknüpfen. Mit dem Sport an und für sich hat das wenig zu tun. Jürg Michel sagt beispielsweise: Es ging oft um das IOC, um Doping, um Gewinnorientierung, dies sei bei der Bevölkerung ein grosses Thema gewesen. Und auch Jon Pult sagt: «Das IOC verrät mit seinem Gebaren die Werte des Sports. Darum ist es zu Recht auch nicht willkommen.»

 

OLYMPIA-ABSAGE – EIN GEWINN FÜR DIE DEMOKRATIE

Wegen der drohenden Ablehnung des Abenteuers Olympia in der steirischen Bevölkerung hat das ÖOC die Reißleine gezogen. Nachdem feststand, dass die KPÖ in Graz genügend Unterstützungserklärungen für eine Volksbefragung gesammelt hatte, musste es zu einer Entscheidung kommen.

Das Komitee «Nein zu Sion 2026» freut sich über das Nein

Die Walliserinnen und Walliser wollen nicht, dass ihre Steuergelder in einem kurzen Olympischen Strohfeuer landen. Vielmehr sollten damit Projekte unterstützt werden, von denen das Wallis als Kanton langfristig profitiert.

Danke an die Tiroler – Olympia-Watschn pickt!

Wir sagen den Tirolerinnen und Tirolern Danke für 53% Nein zu Olympia! Es ist zu billig, die Verantwortung für dieses Debakel nur auf das IOC und die schlechte Kampagne abzuschieben.  Die Tiroler haben bestens verstanden, worum es geht.

Das Bündner Volk hat Olympia den Zahn gezogen!

Der Grundsatzentscheid der Bündner Stimmbevölkerung  sich nicht in ein unkalkulier-bares Olympiaabenteuer zu stürzen.

Kritik an GR2022

Das Bündner Volk hat rechtzeitig den Stecker gezogen!

Bündnerinnen und Bündner wollen schuldenfrei bleiben, die Landschaft als Kapital erhalten und weiterhin Geld für die Unterstützung von nachhaltigem Tourismus, Bildung und Kultur zur Verfügung zu haben.