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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

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Internationale Medien

Der Weg zu OWS2022

• 03. März 2013:
«Graubünden 2022» ABGEWÄHLT

• 17. Oktober 2013:
«Barcelona 2022» VERZICHTET

• 10. November 2013:
«München 2022» ABGEWÄHLT

• 17. Januar 2014:
«Stockholm 2022» VERZICHTET

• 26. Mai 2014:
«Krakau 2022»
ABGEWÄHLT

• 30. Juni 2014:
«Lwiw 2022»
VERZICHTET

• 31. Oktober 2014:
«Oslo 2022»
VERZICHTET

• 31. Juli 2015:
«Peking 2022»
The Winner is the IOC

Bayern sagt Nein, Graubünden jubelt

12.11.2013

Das Münchner Olympiaprojekt ist gescheitert. Man sei erleichtert, sagt Stefan Grass. Der Leiter des Komitees Olympiakritisches Graubünden hatte an öffentlichen Anlässen in Bayern ein Nein propagiert (Die Südostschweiz).

VON TATJANA JAUN

München/Chur. – Auch die Münchner wollen 2022 keine Olympischen Spiele. Beim Bürgerentscheid in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Berchtesgaden und Traunstein stimmte überall eine Mehrheit gegen eine Bewerbung. Zum Nein beigetragen hat auch ein Bündner. Es ist Stefan Grass – auch wenn er das anders sieht.

«Mein Beitrag war minim», sagt er. An öffentlichen Veranstaltungen in Bayern hat der Leiter des Komitees Olympiakritisches Graubünden mit dem Bündner Beispiel für ein Nein geworben. Das letzte Mal vor 14 Tagen in München. Mit den geltenden Reglementen und Vertragsbedingungen des International Olympic Committee (IOC) sei es nicht mehr verantwortbar, Olympische Winterspiele in den Alpen durchzuführen. Zu teuer und überdimensioniert sei das Projekt.

Grass war nicht nur auf der Bühne. Wolfgang Zängl, Mitbegründer der Gesellschaft für ökologische Forschung und Gegner der Olympischen Spiele in München, stand Grass beratend zur Seite. Einige Reisen von Chur nach München und umgekehrt folgten. Der Kampf für dieselbe Sache eint. Inzwischen ist man freundschaftlich verbunden, wie Grass sagt. Den Grund für das Münchner Nein sieht er im «Antireflex gegen die Machenschaften einer selbstgerechten Gesellschaft des IOC». Zudem hätten die Befürworter bis zuletzt die Finanzierung nicht glaubhaft verkaufen können und die Bürger stattdessen «overkill-mässig» mit O-JA-Plakaten zugepflastert. «Die grösste Arbeit hat immer noch das Nolympia-Netzwerk um Zängl geleistet», führt Grass weiter aus.

Kräftezehrend
Ob mitverantwortlich oder nicht: Für Grass endet mit dem deutschen und schweizerischen Nein eine lange Zeit kräftezehrender Arbeit. Man sei in Bayern «erleichtert und erschöpft», sagt Grass. Während des Abstimmungskampfes in Graubünden hat das Komitee Olympiakritisches Graubünden laut Grass rund 90 000 Franken ausgegeben. In München gaben die bayerischen Kollegen mit denselben Intentionen mit 60 000 Euro etwas weniger aus. Hinter den nackten Zahlen verbergen sich aber noch viele ungezählte Stunden Freiwilligenarbeit. Wie viele Stunden die Kerngruppe Nolympia ehrenamtlich geleistet hat, weiss Grass nicht. Es müssen viele gewesen sein. «Ich hoffe, dass es die letzte Kandidatur im Alpenraum war», sagt er stattdessen.

Kein Norwegisch
Die Pläne der Norweger, in Oslo Olympische Spiele durchzuführen, wollen Grass und seine Mitstreiter nicht bekämpfen. Nicht wegen fehlender Energie, sondern, weil man sich auf den Alpenraum konzentriere, wie Grass sagt. Und man spreche nun mal auch kein Norwegisch, so Grass. Ganz vom Tisch ist das Thema Olympische Spiele aber nicht. Nach dem Münchner Entscheid werden alle Dokumentationen à jour gebracht und für weitere Kandidaturen bereitgestellt. Für diese Zwecke bleiben die Webseiten www.olympia-nein.ch und www.nolympia.de bis auf Weiteres aufgeschaltet.

Zusammenarbeit intensivieren
Daneben soll die Vernetzung von Olympiagegnern im ganzen Alpenraum weiter vorangetrieben werden. Die Alpenschutzorganisation Cipra habe sich des Themas wieder angenommen, sagt Grass. Das stimmt ihn zuversichtlich, dass ein alpenweiter Widerstand gegen olympische Projekte möglich ist. Demnächst will er in Schaan (Liechtenstein), dem Sitz von Cipra International, vorstellig werden, um die Zusammenarbeit zu intensivieren und gemeinsame Erkenntnisse aufzuarbeiten. Das Kämpfen hört nicht auf – so sehr sich das Grass auch wünscht.

Pressekonferenz im München (v.l.) mit Christian Hierneis, Ludwig Hartmann und Viola von Cramon mit Gast aus Chur und schwarzem Bündner Plakat - für München 2022 aktualisiert
Pressekonferenz im München (v.l.) mit Christian Hierneis, Ludwig Hartmann und Viola von Cramon mit Gast aus Chur und schwarzem Bündner Plakat - für München 2022 aktualisiert
 
Nein am 12.02.2017: Mehr...

Widerstand gegen die Bündner Kandidatur für OWS 2026

Am Beispiel der Bewerbungsdossier «Davos 2010» und «Salzburg 2014» sowie «München 2018» und «St. Moritz 2022» ist bekannt, dass das IOC nicht nur seine Host City-Verträge mit den Veranstaltern erst nach der willkürlichen Vergabe der Spiele abschliesst, sondern knallhart seine Rechte sichert. Alle Wunschvorstellungen, Beteuerungen und Versprechungen werden auch im Bewerbungsdossier für «Graubünden 2026» sehr schnell zur Makulatur.

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Olympiabewerbung «München 2022»

Nein

Das Bündner Volk hat rechtzeitig den Stecker gezogen!

Mit grosser Freude nimmt das Komitee Olympia-kritisches Graubünden den weisen Entscheid der Bündner Stimmbevölkerung zur Kenntnis, sich nicht in ein unkalkulierbares Olympiaabenteuer zu stürzen. Bündnerinnen und Bündner haben klar gezeigt, dass sie auch den zukünftigen Generationen gute Lebensbedingungen garantieren wollen: wirtschaftlich schuldenfrei, die Landschaft als Kapital erhalten und weiterhin Geld für die Unterstützung von nachhaltigem Tourismus, Bildung und Kultur zur Verfügung zu haben.